Samstag, 29. August 2015

[Fotografie] Meine Reise nach Pondicherry, wilde Impressionen per Handy. (vor allem Selfies)






















































Indien und ich: "Niinkal nalla irukkringal?" Teil 1

Am 24. Juli 2015 unternahm ich einen der abenteuerlichsten Schritte seit langem, die groesste Reise ever: 
Ich flog nach Suedindien, fuer vier Monate!
36 Tage sind bisher vergangen und ich moechte nun einen kurzen Bericht abgeben. Aus Zeitgruenden konnte ich nun lediglich die Anreise schildern, der Rest kommt in den naechsten Tagen. ;)
Als Form habe ich eine imaginaere Interviewsituation gewaehlt, dadurch ergeben sich Fragen, die man sicherlich stellt. 


Wie war die Anreise?

Nun, ich bin das erste Mal in meinem Leben auf einen anderen Kontinent geflogen.
Sprich: Ich sass noch nie so lange in einem Flugzeug, um so weit wegzufliegen.
Am Flughafen in Deutschland war es sehr emotional fuer mich. Ich bin sowieso kein
Mensch, der Abschiede zelebrieren kann (wie diejenigen, die mich naeher kennen
gelernt haben, sicherlich das ein oder andere Mal feststellen mussten), umso
schwieriger war es fuer mich, meine aufgeregten Eltern, meine weinende Mutter am
S-Bahnhof in Kornwestheim schliesslich hinter mir zu lassen, um ins Ungewisse zu
reisen. Es war sehr frueh, quasi mitten in der Nacht. Je naeher ich dem Stuttgarter
Flughafen kam, desto nervoeser wurde ich. So lange, so weit weg? Wie wird es mir gehen?
Wie wird das Leben so sein? Schaffe ich das? Von der Flugangst mal abgesehen. Als ich
dann schliesslich mit meinem Freund vor dem Security-Check stand, geschah es um mich
und ich brach in Traenen aus, vor Angst, vor Trennungsschmerz. Aber es hatte etwas
Gutes, etwas Befreiendes. Dort, jenseits des Security-Checks, wo ich interessanterweise
den Nacktscanner Weg genommen habe (meine Guete ist das Hightech mittlerweile!),
blickte ich nach vorne zum Terminal und wusste, dass ich sicherlich eine andere sein
werde, wenn ich wieder zurueckkehre. Und so ging ich ins Terminal, um zu warten und
zu beobachten, wie sich einige Inder zu dem Flug nach Frankfurt gesellten, um sicherlich
auch nach Chennai umzusteigen.
Der Start des Flugzeugs war dann sehr aufregend. Wenn der Elch mit der finnischen Flagge,
den ich von meinem Freund als Abschiedsgeschenk erhalten habe, lebendig gewesen waere,
haette ich ihn wahrscheinlich erdrosselt. Ich hyperventilierte und habe mir gewuenscht,
dass jemand meiner Lieben neben mir sitzt, um meine Hand zu halten. Wie kindisch!
Deshalb konnte ich mich relativ schnell beruhigen.
In Frankfurt war es schliesslich sehr ueberwaeltigend. Denn auch hier erneut: Ich war
noch nie dort, noch nie an einem SO riesigen Flughafen. Die Wanderung zum Gate erschien
mir endlos zu sein, ich beeilte mich, da ich dachte, ich sei spaet dran, was jedoch
dann doch nicht so war. Ich telefonierte viel mit meinem Freund, was so ziemlich das
beste Balsam meiner Seele war. Mehr denn je war ich froh, ihn an meiner Seite zu wissen.
Er empfohl mir, mir dekadent eine 0,5 Flasche Vio ettliche Euro zu kaufen, was aufgrund
meiner stress- und wanderungsbedingten Schweissproduktion tatsaechlich sehr sinnvoll
war.
Am Terminal waren schliesslich SEHR viele Inder, ich hatte wohl noch nie zuvor so viele
auf einmal gesehen und freute mich darueber. Im Flugzeug (ich flog uebrigens mit der Lufthansa)
nahm ich dann Platz, Nummer 42 am Fenster. 42, weil 42 schliesslich die Antwort auf alles ist (und ich hoffte, dass
die Zahl Glueck bringt und nichts auf dem Flug passiert). Neben mir sass nur ein
merkwuerdiger Mann, der stets mir nicht erschliessbare Pujas (Hindu Rituale) mit ueber
den Kopf gezogener Decke ausfuehrte. Ich hoffte, es war nicht wegen mir, sondern dass
er auch unter Flugangst litt. Mein Fernseher hatte leider einen Wackelkontakt und ich
bekam vegetarisches Essen anstatt Huehnchen, aber ansonsten genoss ich den Flug. Ich
fand die Landschaft absolut faszinierend, vor allem die Gegend um den Iran! Es war
sehr entspannend, einen Film nach dem anderen anschauen zu koennen, ein wenig zu doesen
oder mit dem DS zu spielen, dadurch vergingen die 8 Stunden wie im Flug.

Wie war es, Indien anzukommen? Dein erster Eindruck?

Ich war natuerlich sehr aufgeregt, als wir ueber Indien hinweggeflogen sind. Chennai
liegt an der Ostkueste. Leider konnte ich nicht so viel von der Landschaft sehen, weil
es dunkel war. Jedenfalls war das erste, was ich dachte, als ich das Flugzeug verlassen
und durch die Hallen des Flughafens geschritten bin: "Hier riecht es irgendwie merkwuerdig."
Danach sind mir die Ventilatoren aufgefallen, von denen ich bereits im Hindi-Unterricht
gehoert habe. Und dass irgendwelche Goetterstatuen herumstanden. Und dass es etwas
schmuddelig wirkt. Und dass die Kontrollen sehr haeufig sind, wenn man das Flugzeug verlaesst.
Wir haben ueber eine Stunde gebraucht, vom Flugzeug bis zum Tor, hinaus zu Chennai.
Als wir schliesslich hindurchschritten, hinaus in die Stadt, war mein erster, richtiger Gedanke:
"Indien, du hast mir gerade einen sehr ekligen, heissen Kuss gegeben." Man muss naemlich
wissen, dass jenseits der klimatisierten Raeume ein anderes Klima draussen herrscht - logischerweise.
Und dass es vielleicht nicht so steril riecht, wie bei uns. Beziehungsweise, wir das
nicht so wahrnehmen, anders wahrnehmen. Die Luft war wahnsinnig feucht, heiss und es roch
undefinierbar, ich kann nicht genau sagen, wie. Mein Vater wuerde wohl sagen, wie im Puff.
oder so. Wir mussten alle erstmal aufatmen. Es war halb zwei nachts. Und es standen
viele Menschen herum, um jemanden abzuholen, was uns veranlasste,
in unserem Bereich zu bleiben und auf den Rest unserer "Crew" zu warten, die mit
dem Emirates Flug angereist kam.
Nach einigen Problemen bezueglich des Auffindens des Taxifahrers und dann des Auffindens
der anderen, sassen wir um halb vier im Auto Richtung Pondicherry. Mit vollaufgedrehter
Klimaanlage. Womoeglich hat es im Auto geschneit. Ohne Sicherheitsgurte, weil es eben
Indien ist. Zu sechst in einem Auto, beziehungsweise zu acht, Gepaeck zaehlt ja auch.
Der Fahrer hoerte abgefahrene, indische Musik. Es war ein sehr schoenes Gefuehl, nachts
durch diese belebte, fuer mich neue Welt zu duesen. Mit indischer Musik und frostigem
Auto. Die anderen haben geschlafen. Ich blieb wach und nahm Impression um Impression auf.
Tempel. Menschen. Autos. Tiere. Pflanzen. Haeuser. oh oh oh, war ich aufgeregt!

Wie war es schliesslich in Pondicherry?


To be continued.